Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 25.03.2021

Nicht nur die schwierigen Begleitumstände durch Corona, sondern vor allem auch die Versäumnisse bei der Bereitstellung von erforderlichen Personalressourcen und stationäre Rehapakete im Südtiroler Sanitätsbetrieb für Hunderte von betroffenen Kindern und Jugendlichen mit einem angeborenen Herzfehler waren die brennendsten Themen der diesjährigen Mitglieder-Vollversammlung des Vereins Kinderherz, die als Videokonferenz stattgefunden hat.

Die Eltern der herzkranken Kindern zeigen sich besorgt, dass es kaum Rückmeldungen zum Impfplan für Chronisch Kranke gibt, und hierbei auch keine zeitlichen Angaben gemacht werden können, wann genau Menschen mit komplizierten Pathologien am Herzen zu einem Impfstoff gelangen. Das belastet aktuell sehr viele, die mit der täglichen Angst konfrontiert sind, dass sich ja nicht das Umfeld des Kindes mit Covid-19 infizieren sollte, gerade dann, wenn die Pflege daheim zu schultern ist.

Vereinspräsident Ulrich Seitz betont in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit des Zusammenschlusses mit anderen Patientenorganisationen im Lande, um hier klare Schritte in Richtung Sicherheit für die Qualität in der Betreuung zu setzen. Aufgezeigt wurde bei der zitierten Versammlung ebenso wie der Verein Kinderherz jedes Jahr stattliche Beträge für die Unterstützung von Familien ausgibt, und zwar immer dann, wenn nicht ausreichende Behandlungsangebote von öffentlicher Seite m Lande gewährleistet werden.

Traurig stimmen ebenso die zahlreichen Todesfälle in den letzten Monaten, bei denen es sich gezeigt hat, wie wichtig der Austausch der hochspezialisierten Kliniken in Padua, Innsbruck München und Wien untereinander und mit Einbindung des Zentralkrankenhauses Bozen wäre, Seitz beklagt, dass dieser Informationsfluss zugunsten Südtiroler Familien gar nicht gut funktioniert, und demzufolge auch noch immer eine Vereinbarung des Landes mit dem Deutschen Herzzentrum ausständig ist. Was besorgt, ist ebenso das fehlende Vorgehen bei der Definition der Maßnahmen des Übergangs von jungen Menschen mit einem Herzfehler ins Erwachsenalter. Im In- und Ausland liegen hierzu bereits klar ausgefeilte Konzepte vor, die in Südtirol noch nicht Einzug gefunden haben.

Es gibt aber auch Aufbauendes zu vermelden: so steht im Mai 2021 eine besondere neue Initiative der Gemeinde Montan im Unterland für Kinderherz an. Dabei wird jegliche Form der Bewegung in den Vordergrund gestellt. Grundlegend für Herzkranke, die oft diesbezüglich säumig sind. Des Weiteren wird Kinderherz so Seitz spezifische Familienwochenenden und Thementage vorantreiben, um den Bedürfnissen der Familien so nahe, nach den Lockdowns mit schwer kranken Kindern daheim, so gut wie möglich nachzukommen.

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