Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 25.08.2021. Im Bild: von links nach rechts: Kinderherz-Präsident Ulrich Seitz, Ulrike Baumgartner und Obmann Andreas Baumgartner vom Verein Rittner Sommerspiele

 

Zum Abschluss der diesjährigen Rittner Sommerspiele kam es zu einem ergreifenden Erlebnis für den Verein „Kinderherz“, der sich hierzulande seit fast 2 Jahrzehnten für die Belange der rund 12.000 Menschen mit einem angeborenen Herzfehler in Südtirol einsetzt. Der Obmann des legendären Theatervereins, der jedes Jahr wieder aufs Neue Hunderte von Kulturbegeisterten zur Kommende nach Lengmoos lockt, Andreas Baumgartner überraschte kurz vor der Premiere des diesjährigen Publikumsmagneten „das Gasthaus am See“, Kinderherz-Präsident Ulrich Seitz mit der Idee, besonderen Schicksalen unter den Arm zu greifen. Seitz zeigte sich sehr bewegt davon und vor allem von der Möglichkeit, dass vor jeder Aufführung am Ritten die Tätigkeit der Organisation der hauptsächlich jungen Patienten vorgestellt werden konnte. Und die Theaterfreunde aus Nah und Fern haben eindeutig viel Herz bewiesen und gespendet. Ulrich Seitz betont, dass dies keine Selbstverständlichkeit in diesen schwierigen Zeiten ist. Mich persönlich berührt auch der Teamgeist des gesamten Ensembles und die Großzügigkeit der Zuschauer. Die großzügige Unterstützung ermöglicht konkret sage und schreibe rund 100 Therapiestunden für Kinder sowie Jugendliche, die oftmals neben der Herzproblematik an der sie von Geburt an leiden, auch noch von zusätzlichen Pathologien, wie beispielsweise im Atemwegsbereich betroffen sind. Leider ist das rehabilitative Angebot in Südtirol für diese Menschen sehr schlecht aufgestellt und es muss zwangsläufig fast immer ins benachbarte Ausland oder in andere Regionen Italiens für die Betreuung ausgewichen werden. Nur ein Bruchteil des finanziellen Aufwands wird vom Öffentlichen Gesundheitsdienst mitgetragen, der Großteil muss von den Familien bei ergänzenden Rehamaßnahmen selbst geschultert werden. Durch einen Krankheitsfall in der Familie kann man sehr schnell in eine missliche Lage geraten, wie uns die zahlreichen prekären Situationen landesweit beweisen, so der Verein Kinderherz. Gerade deshalb ist die Sensibilität von außen für unsere Schwierigkeiten, so grundlegend, betont Ulrich Seitz. Andreas Baumgartner und Ulrich Seitz brechen eine Lanze dafür, dass der Appell an die Verantwortlichen erhört wird, und zwar dass es dringend mehr Unterstützung für das seelische Wohl der Kinder in Südtirol geben muss. Sollte es darum gehen, dass Transplantationen notwendig sind, erinnert Kinderherz Südtirol daran, dass die  Wartezeit für ein Spenderherz im Durchschnitt bei drei Jahren liegt. So lange leben die kleinen Patienten mit einem Herzfehler – vom Säugling bis zum Kleinkind – fast nur auf der Station. Und seit der Corona-Pandemie sind die Kinder aufgrund der Erkrankung mit Begleitumständen noch einsamer. Es durfte immer nur ein Elternteil in die Krankenhäuser kommen, wenn überhaupt. Seitz unterstreicht: die Botschaft an die jungen Paare, die jedes Jahr in Südtirol mit dem Schicksal eines Kindes mit einem angeborenen Herzfehler konfrontiert werden (rund 70 Schicksale in 12 Monaten), lautet wie folgt: der Austausch mit anderen betroffenen Familien, die die ersten Jahre mit herzkrankem Kind hinter sich haben, oder selbst gerade den Umgang mit dieser Situation lernen, sollte gesucht werden, auch über den Verein, um nachher genügend Kraft für den weiteren Lebensweg der „Herzkinder“ aufbringen zu können.

 

 

Großzügige Unterstützung ermöglicht 100 Therapiestunden für Kinder sowie Jugendliche

Aus der Webseite von Südtirol News, Artiikel von Freitag, den 20. August 2021

 

Ritten – Zum Abschluss der diesjährigen Rittner Sommerspiele kam es zu einem ergreifenden Erlebnis für den Verein „Kinderherz“, der sich hierzulande seit fast 2 Jahrzehnten für die Belange der rund 12.000 Menschen mit einem angeborenen Herzfehler in Südtirol einsetzt.

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Artikel aus der Tageszeitung „Dolomiten“ vom 02.08.2021. Bilder vom Verein Kinderherz, Bild oben: Betroffene aus dem Verein; im Bild unten: Präsident Ulrich Seitz mit dem engagierten Mitglied Verena Wachter

 

Erfolgreicher Start der besonderen Kinoabende des Vereins Kinderherz Südtirol für einen guten Zweck. Vor kurzem hat die Premiere der Reihe „Kino unter dem Lichtenstern“ im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Ritten stattgefunden.

An 3 weiteren Samstagen, und zwar am 31.07, 07.08 und 14.08 werden wieder „Open-air“ abwechslungsreiche Filme gezeigt, die Jung und Alt erfreuen sollen. Gegen eine freiwillige Spende können alle Interessierten in absoluter Sicherheit im Lichte der Eindämmung der derzeitigen Pandemie-Gefahr im Freien kurzweilige Stunden verbringen. So geschehen auch beim Auftakt mit „Amelie rennt“. Am 31.07 wird die Komödie „die göttliche Ordnung“ gezeigt und am 07.08 sowie am 14.08 kommen die italo-österreichische Produktion „abbi fede“ mit den Publikumslieblingen Robert Palfrader und Claudio Amendola wie auch das Drama „rosso come il cielo“   zur Aufführung. Der Erlös der Abende wird in dringend benötigte Gesundheitsleistungen, vor allem in Therapien für herzkranke Kinder, die in den öffentlichen Krankenhäusern Südtirols nicht ausreichend erbracht werden können, investiert.

Rund 12.000 Südtiroler leiden derzeit an einem angeborenen Herzfehler, Tendenz steigend. Das zeigt, dass Handlungsbedarf besteht, so der Präsident von Kinderherz, Ulrich Seitz. Leider fehlen auch immer wieder Fachleute, die den Übergang der herzkranken Kinder ins Erwachsenenleben mit entsprechender Expertise garantieren bzw. sicherstellen.

Die betroffenen Familien aus allen Landesteilen freuen sich auf jeden Fall auf viele Kinofans, die in diesem schwierigen Jahr nach dem Lockdown die Möglichkeit nutzen vor einer faszinierenden Kulisse einen vergnüglichen Abend zu verbringen. „Film ab“ heißt es somit immer samstags bis Mitte August ab 21.00 Uhr.

Vormerkungen werden erbeten unter info@kinderherz.it

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 14.07.2021

 

Der Verein für Menschen mit einem angeborenen Herzfehler „Kinderherz“ organisiert an 4 Wochenenden zwischen dem 24. Juli und 14. August besondere Kinoabende unter freiem Himmel in Lichtenstern am Ritten. Dabei werden jeweils zwei erfolgreiche Produktionen in deutscher wie auch in italienischer Sprache einem großen Publikum „openair“ gezeigt. Es handelt sich dabei um „Amelie rennt“, „die göttliche Ordnung“, „Abbi fede“ und „Rosso come il cielo“.

Diese Aktion konnte durch die tatkräftige Unterstützung unserer langjährigen Vize-Präsidentin im Verein, Verena Wachter und dem Amt für audiovisuellen Medien in der Südtiroler Landesverwaltung geboren werden, so der Vorsitzende Ulrich Seitz. Wir möchten mit diesem Vorhaben Menschen zusammenbringen, Einheimische und Urlaubsgäste. Sie sollen sich bei Einhaltung der gültigen Sicherheitsvorkehrungen, mittels Filmfreuden auf der großen Leinwand bestens unterhalten. Des Weiteren ist es das Anliegen, auch über die wertvolle Vereinstätigkeit von der rund 12.000 Südtiroler profitieren können, zu informieren. Denn es passiert immer wieder, dass uns Außenstehende, also Nicht-Betroffene erzählen, dass sie im näheren Umfeld, mit Bekannten im Austausch sind, die komplizierte kardiologische Probleme aufweisen. Die bei den angesprochenen Filmabenden am Ritten eingehenden Spenden sollen konkrete Therapieangebote, gerade für Kinder und Heranwachsende ermöglichen, denn für die genannte Patientengruppe stehen immer weniger rehabilitative Leistungen zur Verfügung, nicht zuletzt wegen der Pandemie. Der Verein Kinderherz steht diesbezüglich eng mit der Technischen Universität sowie mit der Uniklinik München im Kontakt und organisiert spezifische Trainings, mit dem Ziel, das Risiko für weitere lebensbedrohliche Folgeschäden durch körperliche Aktivität erheblich zu reduzieren.

Ganz konkret ist nun eine Woche mit unterschiedlichen, abwechslungsreichen Maßnahmen in der bayerischen Landeshauptstadt, bei der auch zahlreiche Südtiroler Kinder, die schwer herzkrank sind, geschult werden, von den positiven Effekten durch physische Übungen, zu lernen. Dazu gehören unter anderem: Stressabbau, Verbesserung der Stimmung, der Konzentration, gesünderer Stoffwechsel, Stärkung der Muskulatur und der Abwehrkräfte. Ulrich Seitz wünscht sich für schwer betroffene Kinder und Jugendliche neue ausbaufähige Projekte, und hofft, gerade in Zeiten wie diesen, wo vieles noch nicht wie früher vom Landesgesundheitsdienst garantiert werden kann, dass es zur deutlichen Erweiterung von Paketen im medizinischen bzw. therapeutischen Bereich kommt. Zudem sei eine intensivierte Aufklärung durch die behandelnden Ärzte wichtig, so Kinderherz.

Die Vormerkungen für die Kinobesuche im Freien werden ab sofort unter info@kinderherz.it entgegengenommen.

Hier der Programm

Ulrich Seitz, Präsident von Kinderherz Südtirol möchte im Zusammenhang mit der anstrengenden Corona-Zeit nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch alle anderen Menschen dazu aufzurufen, sich konkret mit dem Thema Herzkrankheiten auseinanderzusetzen. 2021 lautet das internationale Motto „Begegnungen“.

Den meisten der herzkranken Kinder und Jugendlichen sieht man ihre Erkrankung gar nicht oder zumindest nicht auf den ersten Blick an, auch wenn sie in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sind. Nur einige Herzfehler sind äußerlich charakteristisch: zyanotische (blaue) Herzfehler, bei denen Lippen und Fingernägel der Kinder und Jugendlichen mehr oder weniger blau verfärbt sind. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich auch Kinder mit dem gleichen Herzfehler sehr unterschiedlich entwickeln können und differenziert belastbar sind.
Der Umgang mit herzkranken Kindern in Kindergarten, Schule und beim Sport kann mitunter angstbesetzt sein. Diese Ängste gilt es abzubauen. Die Kinder sollen nicht benachteiligt oder bevorzugt behandelt werden. Jedoch sind mitunter durchaus individuelle Maßstäbe (körperliche Belastbarkeit) anzusetzen. Hier gilt es im Dialog mit den betroffenen Familien, Erziehern und Pädagogen im Interesse des Kindes Perspektiven zu entwickeln.
Kinderherz Südtirol ist besorgt: wir haben keinen Rückwärtstrend der Neugeborenen mit angeborenen Schwierigkeiten. Leider sind die Fälle konstant hoch, seit Jahren kommen in 12 Monaten rund 70 Schicksale dazu.
Zu den aktuellen Problemen: die Coronavirus-Pandemie darf nicht dazu führen, dass Kinder mit Herzerkrankungen ihre Untersuchungen oder Behandlungen verpassen. Daran erinnert Ulrich Seitz. Gerade für junge Patienten mit angeborenem Herzfehler ist kontinuierliche medizinische Betreuung überlebenswichtig“, erklärt Seitz. Sowohl notwendige Behandlungen als auch Kontrolluntersuchungen dürften nicht aus Angst vor COVID-19 ausgesetzt werden, da eine nosokomiale Infektion doch sehr unwahrscheinlich. Die Versorgung dieser Menschen kann zudem nur bedingt am Krankenhaus Bozen sichergestellt werden. Denn vor allem dann, wenn Operationen anstehen, sind Verlegungen in Unikliniken nach Norditalien oder Deutschland notwendig. Für viele Familien bedeutet das, nicht nur Sorge um das Kind, sondern ebenso erhebliche finanzielle Opfer. Die Patientenorganisation beobachtet, so ihr Präsident Seitz, dass in den vergangenen Monaten der Corona-Krise die Lage der jungen Menschen mit Herzfehler in der öffentlichen Diskussion durch die Verantwortlichen im Gesundheitswesen in Südtirol nicht erläutert wurde. Das gibt zu denken, denn bei Familien mit chronisch kranken Kindern ist die Furcht vor einer Coronavirus-Infektion mit einer Gefährdung durch schwere Komplikationen oder gar Tod deutlich spürbar. Nach nunmehr mehr als 1 Jahr Pandemie bleiben viele Fragen zum Schutz dieser Kinder und ihrer Familien offen.

 

Aus der Zeitschrift „Dolomiten” vom 7.6.2021

Jakob (5) aus St. Pauls/Eppan wurde mit einem Herzfehler geboren und hat seit einem rheumatischen Anfall mit zweieinhalb Jahren eine Bein-Schiefstellung: Trotz Schmerzen, großem Zeitaufwand und finanzieller Belastungsehen er und seine Familie seine Entwicklung aber als ein großes Abenteuer, das sie zusammenschweißt.

Danke für den Artikel in der Zett – die Zeitung am Sonntag, 04. April 2021

Artikel zum Herunterladen: Jakob.pdf

 

 

Der in seinem Amt als ehrenamtlicher Referent für Menschen mit Beeinträchtigung in der Stadt Bozen wiederbestätigte Ulrich Seitz erläutert zu Beginn seines neuen Mandats die Herausforderungen, die in der Landeshauptstadt anstehe. Ausgangspunkt ist die Anzahl der in der Stadt Bozen ansässigen Personen mit einer Invalidität, sprich fortwährenden, dauerhaften Beeinträchtigung. Diese, steigt jährlich (rund um 8 Prozent). In Daten ausgedrückt sind dies aktuell 7860 Menschen, davon 3300 unter 60 Jahren, und 980 Personen mit einer Invalidität von 100% mit Begleitzulage.

Nun hat sich die Lage in der Gemeinde Bozen zugespitzt. Vor allem konnten hunderte vulnerable Menschen im Arbeitsleben nicht ausreichend während des Lohnausgleichs abgesichert werden. Es fehlen auch entsprechende Alternativen wie Fortbildungen für diese Kategorie von Arbeitnehmern.

Als alarmierend wertet Ulrich Seitz die Armutsrate bei Menschen mit Behinderung. Mit 32,4 Prozent sind in Bozen Männer mit Beeinträchtigungen beispielsweise mehr als doppelt so häufig von  Armut  betroffen wie jene ohne Handicaps.

Wir haben zahlreiche Fälle in der Stadt Bozen, wo wir erleben, dass Eltern im Alter von über 70 Jahren, die selbst Risikogruppen darstellen, die Betreuung und teils auch Pflege ihrer erwachsenen Kinder schultern müssen. Das ist ein untragbarer Zustand, wo wir gemeinsam mit den involvierten Stellen, eine Lösung finden müssen, betont Seitz.

Bei vielen jüngeren Familien, die in der Pflege involviert sind, zeigt sich in diesen Wochen der Unmut, dass es keine Sicherheit bzw. Abstimmung der Dienste gibt, wann genau die „Caregivers“ einen Impfstoff erhalten, was eigentlich unverzichtbar für die Ausführung ihrer Tätigkeiten ist. In Bozen sind es rund 820 Personen.

Seitz hat schließlich den Bürgermeister gebeten, verstärkte Kontrollen im Stadtzentrum anzuordnen, um Pöbeleien auf Menschen mit einer Behinderung einzudämmen. Diese belastende Tatsache gesellt sich zur eh schon schwierigen Ausganglage mit Corona ecc. Ich bekomme leider immer öfters besorgniserregende Rückmeldungen von Menschen, die körperlich beeinträchtigt sind, und Angst vor Übergriffen bzw. Kleinkriminalität verspüren, unterstreicht der Referent. Die Scham, solche Vorfälle publik zu machen, ist sehr groß, gerade dann, wenn es sich um Betrügereien handelt, wo die Hilflosigkeit benachteiligter Gruppen ausgenutzt wird.