Beschreibung aller Aktionen, welche im laufe des Jahres statt finden.

Aus der Zeitung „Dolomiten“ vom 21.04.2022

Vor Kurzem hat der Verein Kinderherz seine diesjährige Mitgliederversammlung zum 2. Mal in Folge in der Online-Variante durchgeführt.

Es stand dabei auch die Neubestellung des Vorstands an, der in Zukunft auf zwei wichtige Vertreterinnen verzichten muss, die sich aus privaten Gründen nicht mehr für ein weiteres Mandat zur Verfügung stehen. Kinderherz-Präsident bedankte sich bei Silke Baliello und Silke Dantone für ihren wertvollen Einsatz und hofft, dass sie nach einer „Auszeit“ doch in den Vorstand zurückehren. Bestätigt für den Vorstand wurden hingegen wieder Christian Parteli, Helga Mössner, Inge Stainer, Maria Pawlus, Monika Dorfmann und Ulrich Seitz.

Neben dem Tätigkeitsbericht und den Haushaltsdaten des abgelaufenen Jahres, standen vor allem die Herausforderungen, die in erster Linie Corona bedingt, auch den zahlreichen einheimischen Patienten einiges abverlangten, im Mittelpunkt der Diskussion. Seitz ist besorgt über den Fachärztemangel in der Kinderkardiologie und drängt deswegen einmal mehr darauf, dass das Land Südtirol entsprechende Verträge mit hochspezialisierten Kliniken im deutschsprachigen Ausland, vorrangig mit dem Deutschen Herzzentrum in München, abschließen möge. Der bürokratische Aufwand für eine Einweisung in Einrichtung mit nachgewiesener universitärer Fachkompetenz erweist sich nämlich immer noch als äußerst kompliziert. Tatsache ist, dass die Diagnose der rund 70 Neugeborenen mit einem Herzfehler, die betroffenen Eltern immer wieder völlig unvorbereitet trifft. Ein Herzfehler ist übrigens die häufigste, angeborene Fehlbildung seit rund 20 Jahren in unserem Lande, präzisiert Seitz. 

Oft sind die Betroffenen nicht gut über ihren Herzfehler informiert, viele nehmen die teils lebensnotwendige Nachsorge nicht wahr und deswegen riskieren die Betroffenen, Anzeichen für schwerwiegende Spätkomplikationenzu übersehen. 

Eine Tatsache ist des Weiteren, dass viele der 13.000  Menschen mit einem angeborenem Herzfehler hierzulande verdrängen, dass auch noch Jahre nach einer zunächst erfolgreichen Herzfehlerbehandlung Spätkomplikationen bei ihnen eintreten können,  Durch die verstärkte Einbindung des Netzwerks Bozen, Innsbruck, München und Padua, möchte der Verein Kinderherz eine längerfristige Sensibilisierung, auch dahingehend umsetzen, damit die langersehnten Therapiemöglichkeiten ab dem jungen Erwachsenenalter bei uns endlich Wirklichkeit werden. Ziel ist es, dass die so dringend erforderliche Nach- und Vorsorge wie in den anderen Regionen Italiens oder im Ausland dazu beiträgt, das Befinden sowie die Prognose der Involvierten zu verbessern.

 

Ulrich Seitz erinnert schließlich an bevorstehende Highlights des Vereins:

am 21. Mai 2022 wird in Lana bereits zum dritten Mal „Lana läuft“ stattfinden.
Dabei handelt es sich um einen Solidaritätslauf zugunsten herzkranker Menschen und das Event soll durch die sportliche Aktivität, Gesunde und Chronisch Kranke zusammenbringen.

 

 

 

 

 

Des Weiteren steht ein besonderes Theaterprojekt an, das von der bekannten Südtiroler Schauspielerin Katharina Gschnell unter dem Titel „Herzensgeschichten“ für die kommenden Monate auf die Wege gebracht wird.

Anmeldungen für beide Anlässe sind ab sofort über info@kinderherz.it möglich.

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 05.04.2022

Lauf mit!

Direkte Anmeldung vor Ort ab 08.30 Uhr für ein Startgeld von € 5,00 als Spendenbeitrag.

Start Rathausplatz: 10.30 Uhr

4, 8, 12 km (für Sportler, Hobbyläufer, Spaziergänger)

Rahmenprogramm:

  • Kinderlauf am Gries um 10.00 Uhr
  • Kinderanimation
  • Musik von Excess
  • Kulinarische Stunde: Weißes Kreuz Sektion Lana & Biokistl
  • Zumba-Warm-up um 09.00 Uhr

Eine Veranstaltung des Vereins Kinderherz unter der Schirmherrschaft der Marktgemeinde Lana und in Zusammenarbeit mit dem Weißen Kreuz.

INFO: Silke +39 347 9336409 FACEBOOK @lanaläuft

 

Danke für die Unterstützung: Marktgemeinde Lana | Wei es Kreuz Sektion Lana | Apotheke zur Mariahilf | Biokistl | Salewa | GruberDruck | Loacker | Luis Trenker | Mein Beck | Plose Quelle | Zuegg | Sportler | Zillmer Baliello Versicherungen

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 01.03.2022

 

Mit besonderen Klängen im Rahmen der Weihnachtstour des Vereins „Hosianna“ mit begeisterten jungen Musikern aus dem Grödner Tal einerseits und einem kreativen Kalenderprojekt, lanciert durch den Lions Club Bozen Rosengarten kam die beachtliche Summe von 5.500 Euro zusammen, die nun für die Belange von Kindern mit einem angeborenen Herzfehler eingesetzt werden kann.

Team Hosianna Weihnachtskonzert in Wolkenstein mit Frontfrau Sara Senoner

Kinderherz Präsident zeigte sich sichtlich gerührt bei der Spendenübergabe und unterstreicht die Bedeutung der beiden unterschiedlichen, aber so wertvollen Initiativen, die für Begeisterung auch in der Bevölkerung sorgten. Und so Ulrich Seitz, sei es beim Projekt, das von Wolkenstein ausging, wie auch bei der Aktivität aus der Landeshauptstadt, sei 2 Frauen stellvertretend für ihre Teams gedankt. Sara Senoner für die künstlerische Leistung sowie das beeindruckende Repertoire von Liedern und Gaia Bissolo für die Bereitstellung von Mitteln für die Verwirklichung der Kalenderaktion.

Team Lions Club Bozen Rosengarten mit Präsidentin Gaia Bissolo und Präsident Kinderherz Ulrich Seitz

Kinderherz Präsident Seitz erinnert, gerade was die aktuelle Lage angeht, dass bei Familien mit chronisch kranken Kindern mit einem Herzfehler die Furcht vor einer Coronavirus-Infektion und einer Gefährdung durch schwere Komplikationen oder gar Tod besonders groß ist. Nach nunmehr 24 Monaten Pandemie bleiben noch immer viele Fragen zum Schutz dieser Kinder und ihrer Familien offen und damit verbundene psychosoziale sowie sozialrechtliche Aspekte durch die zuständigen Gesundheitsdienste nicht selten unbeantwortet.

Wir sehen, dass etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen mit emotionalen und Verhaltensauffälligkeiten reagiert. Im Vordergrund steht hierbei ein Anstieg von Ängsten. Welche langfristigen Folgen die Coronakrise, bei herzkranken Kindern haben wird, bleibt abzuwarten. Ob es ein Long-Covid-Syndrom mit psychischen Störungen geben wird, wissen wir noch nicht, so Seitz. Auf jeden Fall ist es wichtig, zu spüren, dass die Belange chronisch Schwerkranker von der Gesellschaft, wie in diesem Falle wahrgenommen werden, unterstreicht der Vorsitzende von Kinderherz. In Südtirol ist die Anzahl der Babys mit einem Herzfehler seit Jahren konstant hoch, wenn wir uns mit anderen Realitäten auf dem Staatsgebiet oder den ausländischen Nachbarn vergleichen. Das stimmt traurig, so Seitz, denn 70 Neugeborene mit komplexen kardiologischen Problemen benötigen pro Jahr in unserem Lande gerade nach der stationären Entlassung eine deutlich umfassendere Betreuung als bisher bekannt war.

Insgesamt leben 13.000 Personen mit unterschiedlichen Herzfehlern in Südtirol. Sie haben vor allem im Erwachsenenalter kaum Möglichkeiten entsprechende Reha-Möglichkeiten hierzulande in Anspruch zu nehmen, da diesbezüglich schlichtweg medizinische und therapeutische Hilfestellungen durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst fehlen und demnach oftmals Einrichtungen außerhalb des Landes von den Interessierten aufgesucht werden müssen, was eben auch zu erheblichen Kosten führt, die direkt den Patienten mit deren Angehörigen angelastet werden.

Gruppenfoto Unterstützer von Kinderherz: Ulrich Seitz, Präsident Kinderherz, Carmen De Felice vom Verein Fils, Gastgeber Elad Ovadia mit Frau Verena Oberrauch, Alessandro Collesei vom Verein Fils, Graphiker Wolfgang Töchterle, Verena Wachter mit Sohn Alex vom Verein Kinderherz.

 

 

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“

Elad Ovadia, der in Bozen sein Lokal „Alma9“ betreibt und bei seinen Gästen vor allem mit Kulinarik aus seinem Heimatland Israel punktet, hat zur Freude des Vereins „Kinderherz“ den Entschluss gefasst, die Einnahmen aus der Jubiläumsfeier zum ersten Geburtstag seines Betriebs, Projekten zur Unterstützung von herzkranken Südtiroler Kindern, zukommen zu lassen. Kinderherz Präsident Ulrich Seitz zeigte sich beim kürzlich stattgefundenen Fest begeistert von dieser Idee, auch weil das Corona-Jahr, den betroffenen Patienten stark zugesetzt hat. In seiner Rede betonte Seitz, dass es sogar Parallelen zwischen der Gastronomie und dem Verein für Menschen mit einem angeborenen Herzfehler gibt, denn in beiden Realitäten verzeichnete man über mehrere Monaten einen absoluten Stillstand bei der Sicherstellung gewisser Dienstleistungen.

 

 

Ulrich Seitz mit Unternehmer Elad Ovadia

 

Kinderherz Südtirol unterstreicht, wie wichtig es für das Wohlbefinden der kranken jungen Menschen ist, dass es Struktur in ihrem Alltag gibt, das heißt Schule und Freizeitaktivitäten trotz körperlichen Beeinträchtigung, aufrecht erhalten bleiben. Durch die intensive Zusammenarbeit zwischen den Freiwillig Aktiven aus Südtirol und dem Deutschen Herzzentrum hat sich gezeigt, welche Kollateralschäden durch die Pandemie bei den Jugendlichen zu verzeichnen sind. Zusätzlich zu den erheblichen Problemen durch das nicht optimale Funktionieren des Herzens, kamen bei vielen Kindern, Verhaltensstörungen dazu, gerade nach einem monatelangen Krankenhausaufenthalt oder bei Therapien, die immer wieder Corona bedingt unterbrochen, verschoben oder im schlimmsten Falle abgesagt wurden.  Und hier wird „Kinderherz“ ansetzen, mit spezifischen Angeboten, beispielsweise auf dem Gebiet des Atemtrainings, das mit einer entsprechender Expertin durchgeführt sowie bei so dringend notwendigen Bewegungsprogrammen, die nun sportmedizinisch sehr wohl vermehrt empfohlen und durch spezifische Studien technischer Hochschulen mit Einbindung des Vereins Kinderherz kontinuierlich an verschiedene Altersgruppen mit einer kardiologischen Pathologie von Geburt an, gerichtet sind, überwacht werden. Durch den Erlös des Abends können nun konkret, vom finanziellen Gesichtspunkt her, zusätzliche wichtige Leistungen, ganz besonders für Jugendliche in der Pubertät gewährleistet werden. Davon betroffen sind rund 1000 Südtiroler Teenager, die sehr unter der seelischen Belastung leiden, nicht mit Gleichaltrigen wegen ihrer Einschränkungen, auf Augenhöhe bei Tätigkeiten im Freizeitbereich, agieren zu können.

 

Ulrich Seitz mit Helli Gufler, Gompn Alm, Saltaus, Unterstützer von Kinderherz

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 25.08.2021. Im Bild: von links nach rechts: Kinderherz-Präsident Ulrich Seitz, Ulrike Baumgartner und Obmann Andreas Baumgartner vom Verein Rittner Sommerspiele

 

Zum Abschluss der diesjährigen Rittner Sommerspiele kam es zu einem ergreifenden Erlebnis für den Verein „Kinderherz“, der sich hierzulande seit fast 2 Jahrzehnten für die Belange der rund 12.000 Menschen mit einem angeborenen Herzfehler in Südtirol einsetzt. Der Obmann des legendären Theatervereins, der jedes Jahr wieder aufs Neue Hunderte von Kulturbegeisterten zur Kommende nach Lengmoos lockt, Andreas Baumgartner überraschte kurz vor der Premiere des diesjährigen Publikumsmagneten „das Gasthaus am See“, Kinderherz-Präsident Ulrich Seitz mit der Idee, besonderen Schicksalen unter den Arm zu greifen. Seitz zeigte sich sehr bewegt davon und vor allem von der Möglichkeit, dass vor jeder Aufführung am Ritten die Tätigkeit der Organisation der hauptsächlich jungen Patienten vorgestellt werden konnte. Und die Theaterfreunde aus Nah und Fern haben eindeutig viel Herz bewiesen und gespendet. Ulrich Seitz betont, dass dies keine Selbstverständlichkeit in diesen schwierigen Zeiten ist. Mich persönlich berührt auch der Teamgeist des gesamten Ensembles und die Großzügigkeit der Zuschauer. Die großzügige Unterstützung ermöglicht konkret sage und schreibe rund 100 Therapiestunden für Kinder sowie Jugendliche, die oftmals neben der Herzproblematik an der sie von Geburt an leiden, auch noch von zusätzlichen Pathologien, wie beispielsweise im Atemwegsbereich betroffen sind. Leider ist das rehabilitative Angebot in Südtirol für diese Menschen sehr schlecht aufgestellt und es muss zwangsläufig fast immer ins benachbarte Ausland oder in andere Regionen Italiens für die Betreuung ausgewichen werden. Nur ein Bruchteil des finanziellen Aufwands wird vom Öffentlichen Gesundheitsdienst mitgetragen, der Großteil muss von den Familien bei ergänzenden Rehamaßnahmen selbst geschultert werden. Durch einen Krankheitsfall in der Familie kann man sehr schnell in eine missliche Lage geraten, wie uns die zahlreichen prekären Situationen landesweit beweisen, so der Verein Kinderherz. Gerade deshalb ist die Sensibilität von außen für unsere Schwierigkeiten, so grundlegend, betont Ulrich Seitz. Andreas Baumgartner und Ulrich Seitz brechen eine Lanze dafür, dass der Appell an die Verantwortlichen erhört wird, und zwar dass es dringend mehr Unterstützung für das seelische Wohl der Kinder in Südtirol geben muss. Sollte es darum gehen, dass Transplantationen notwendig sind, erinnert Kinderherz Südtirol daran, dass die  Wartezeit für ein Spenderherz im Durchschnitt bei drei Jahren liegt. So lange leben die kleinen Patienten mit einem Herzfehler – vom Säugling bis zum Kleinkind – fast nur auf der Station. Und seit der Corona-Pandemie sind die Kinder aufgrund der Erkrankung mit Begleitumständen noch einsamer. Es durfte immer nur ein Elternteil in die Krankenhäuser kommen, wenn überhaupt. Seitz unterstreicht: die Botschaft an die jungen Paare, die jedes Jahr in Südtirol mit dem Schicksal eines Kindes mit einem angeborenen Herzfehler konfrontiert werden (rund 70 Schicksale in 12 Monaten), lautet wie folgt: der Austausch mit anderen betroffenen Familien, die die ersten Jahre mit herzkrankem Kind hinter sich haben, oder selbst gerade den Umgang mit dieser Situation lernen, sollte gesucht werden, auch über den Verein, um nachher genügend Kraft für den weiteren Lebensweg der „Herzkinder“ aufbringen zu können.

 

 

Artikel aus der Tageszeitung „Dolomiten“ vom 02.08.2021. Bilder vom Verein Kinderherz, Bild oben: Betroffene aus dem Verein; im Bild unten: Präsident Ulrich Seitz mit dem engagierten Mitglied Verena Wachter

 

Erfolgreicher Start der besonderen Kinoabende des Vereins Kinderherz Südtirol für einen guten Zweck. Vor kurzem hat die Premiere der Reihe „Kino unter dem Lichtenstern“ im gleichnamigen Ortsteil der Gemeinde Ritten stattgefunden.

An 3 weiteren Samstagen, und zwar am 31.07, 07.08 und 14.08 werden wieder „Open-air“ abwechslungsreiche Filme gezeigt, die Jung und Alt erfreuen sollen. Gegen eine freiwillige Spende können alle Interessierten in absoluter Sicherheit im Lichte der Eindämmung der derzeitigen Pandemie-Gefahr im Freien kurzweilige Stunden verbringen. So geschehen auch beim Auftakt mit „Amelie rennt“. Am 31.07 wird die Komödie „die göttliche Ordnung“ gezeigt und am 07.08 sowie am 14.08 kommen die italo-österreichische Produktion „abbi fede“ mit den Publikumslieblingen Robert Palfrader und Claudio Amendola wie auch das Drama „rosso come il cielo“   zur Aufführung. Der Erlös der Abende wird in dringend benötigte Gesundheitsleistungen, vor allem in Therapien für herzkranke Kinder, die in den öffentlichen Krankenhäusern Südtirols nicht ausreichend erbracht werden können, investiert.

Rund 12.000 Südtiroler leiden derzeit an einem angeborenen Herzfehler, Tendenz steigend. Das zeigt, dass Handlungsbedarf besteht, so der Präsident von Kinderherz, Ulrich Seitz. Leider fehlen auch immer wieder Fachleute, die den Übergang der herzkranken Kinder ins Erwachsenenleben mit entsprechender Expertise garantieren bzw. sicherstellen.

Die betroffenen Familien aus allen Landesteilen freuen sich auf jeden Fall auf viele Kinofans, die in diesem schwierigen Jahr nach dem Lockdown die Möglichkeit nutzen vor einer faszinierenden Kulisse einen vergnüglichen Abend zu verbringen. „Film ab“ heißt es somit immer samstags bis Mitte August ab 21.00 Uhr.

Vormerkungen werden erbeten unter info@kinderherz.it

Aus der Zeitschrift „Dolomiten“ vom 14.07.2021

 

Der Verein für Menschen mit einem angeborenen Herzfehler „Kinderherz“ organisiert an 4 Wochenenden zwischen dem 24. Juli und 14. August besondere Kinoabende unter freiem Himmel in Lichtenstern am Ritten. Dabei werden jeweils zwei erfolgreiche Produktionen in deutscher wie auch in italienischer Sprache einem großen Publikum „openair“ gezeigt. Es handelt sich dabei um „Amelie rennt“, „die göttliche Ordnung“, „Abbi fede“ und „Rosso come il cielo“.

Diese Aktion konnte durch die tatkräftige Unterstützung unserer langjährigen Vize-Präsidentin im Verein, Verena Wachter und dem Amt für audiovisuellen Medien in der Südtiroler Landesverwaltung geboren werden, so der Vorsitzende Ulrich Seitz. Wir möchten mit diesem Vorhaben Menschen zusammenbringen, Einheimische und Urlaubsgäste. Sie sollen sich bei Einhaltung der gültigen Sicherheitsvorkehrungen, mittels Filmfreuden auf der großen Leinwand bestens unterhalten. Des Weiteren ist es das Anliegen, auch über die wertvolle Vereinstätigkeit von der rund 12.000 Südtiroler profitieren können, zu informieren. Denn es passiert immer wieder, dass uns Außenstehende, also Nicht-Betroffene erzählen, dass sie im näheren Umfeld, mit Bekannten im Austausch sind, die komplizierte kardiologische Probleme aufweisen. Die bei den angesprochenen Filmabenden am Ritten eingehenden Spenden sollen konkrete Therapieangebote, gerade für Kinder und Heranwachsende ermöglichen, denn für die genannte Patientengruppe stehen immer weniger rehabilitative Leistungen zur Verfügung, nicht zuletzt wegen der Pandemie. Der Verein Kinderherz steht diesbezüglich eng mit der Technischen Universität sowie mit der Uniklinik München im Kontakt und organisiert spezifische Trainings, mit dem Ziel, das Risiko für weitere lebensbedrohliche Folgeschäden durch körperliche Aktivität erheblich zu reduzieren.

Ganz konkret ist nun eine Woche mit unterschiedlichen, abwechslungsreichen Maßnahmen in der bayerischen Landeshauptstadt, bei der auch zahlreiche Südtiroler Kinder, die schwer herzkrank sind, geschult werden, von den positiven Effekten durch physische Übungen, zu lernen. Dazu gehören unter anderem: Stressabbau, Verbesserung der Stimmung, der Konzentration, gesünderer Stoffwechsel, Stärkung der Muskulatur und der Abwehrkräfte. Ulrich Seitz wünscht sich für schwer betroffene Kinder und Jugendliche neue ausbaufähige Projekte, und hofft, gerade in Zeiten wie diesen, wo vieles noch nicht wie früher vom Landesgesundheitsdienst garantiert werden kann, dass es zur deutlichen Erweiterung von Paketen im medizinischen bzw. therapeutischen Bereich kommt. Zudem sei eine intensivierte Aufklärung durch die behandelnden Ärzte wichtig, so Kinderherz.

Die Vormerkungen für die Kinobesuche im Freien werden ab sofort unter info@kinderherz.it entgegengenommen.

Hier der Programm

Ulrich Seitz, Präsident von Kinderherz Südtirol möchte im Zusammenhang mit der anstrengenden Corona-Zeit nicht nur Betroffene, sondern auch Angehörige in den Mittelpunkt zu stellen, sondern auch alle anderen Menschen dazu aufzurufen, sich konkret mit dem Thema Herzkrankheiten auseinanderzusetzen. 2021 lautet das internationale Motto „Begegnungen“.

Den meisten der herzkranken Kinder und Jugendlichen sieht man ihre Erkrankung gar nicht oder zumindest nicht auf den ersten Blick an, auch wenn sie in ihrer körperlichen Leistungsfähigkeit erheblich eingeschränkt sind. Nur einige Herzfehler sind äußerlich charakteristisch: zyanotische (blaue) Herzfehler, bei denen Lippen und Fingernägel der Kinder und Jugendlichen mehr oder weniger blau verfärbt sind. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass sich auch Kinder mit dem gleichen Herzfehler sehr unterschiedlich entwickeln können und differenziert belastbar sind.
Der Umgang mit herzkranken Kindern in Kindergarten, Schule und beim Sport kann mitunter angstbesetzt sein. Diese Ängste gilt es abzubauen. Die Kinder sollen nicht benachteiligt oder bevorzugt behandelt werden. Jedoch sind mitunter durchaus individuelle Maßstäbe (körperliche Belastbarkeit) anzusetzen. Hier gilt es im Dialog mit den betroffenen Familien, Erziehern und Pädagogen im Interesse des Kindes Perspektiven zu entwickeln.
Kinderherz Südtirol ist besorgt: wir haben keinen Rückwärtstrend der Neugeborenen mit angeborenen Schwierigkeiten. Leider sind die Fälle konstant hoch, seit Jahren kommen in 12 Monaten rund 70 Schicksale dazu.
Zu den aktuellen Problemen: die Coronavirus-Pandemie darf nicht dazu führen, dass Kinder mit Herzerkrankungen ihre Untersuchungen oder Behandlungen verpassen. Daran erinnert Ulrich Seitz. Gerade für junge Patienten mit angeborenem Herzfehler ist kontinuierliche medizinische Betreuung überlebenswichtig“, erklärt Seitz. Sowohl notwendige Behandlungen als auch Kontrolluntersuchungen dürften nicht aus Angst vor COVID-19 ausgesetzt werden, da eine nosokomiale Infektion doch sehr unwahrscheinlich. Die Versorgung dieser Menschen kann zudem nur bedingt am Krankenhaus Bozen sichergestellt werden. Denn vor allem dann, wenn Operationen anstehen, sind Verlegungen in Unikliniken nach Norditalien oder Deutschland notwendig. Für viele Familien bedeutet das, nicht nur Sorge um das Kind, sondern ebenso erhebliche finanzielle Opfer. Die Patientenorganisation beobachtet, so ihr Präsident Seitz, dass in den vergangenen Monaten der Corona-Krise die Lage der jungen Menschen mit Herzfehler in der öffentlichen Diskussion durch die Verantwortlichen im Gesundheitswesen in Südtirol nicht erläutert wurde. Das gibt zu denken, denn bei Familien mit chronisch kranken Kindern ist die Furcht vor einer Coronavirus-Infektion mit einer Gefährdung durch schwere Komplikationen oder gar Tod deutlich spürbar. Nach nunmehr mehr als 1 Jahr Pandemie bleiben viele Fragen zum Schutz dieser Kinder und ihrer Familien offen.